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Neuigkeiten zu 600 Jahre Niklaus von Flüe

 28.09.2017

Gedenktage «600 Jahre Niklaus von Flüe» in Sachseln und Flüeli-Ranft

Auch zum offiziellen Schlusspunkt des Gedenkjahres zeigte sich wie bei allen anderen offiziellen Feiern über das Jahr hindurch eine strahlende Sonne. Zahlreiche Pilger reisten mitunter von weit her an, um am Familientag vom 23. September teilzunehmen, den ökumenischen Gottesdienst mit Kardinal Kurt Koch und Pfarrer Gottfried Locher am 24. September mitzufeiern oder das traditionelle Bruder-Klausen-Fest vom 25. September mit katholischem Gottesdienst mitzuerleben. Rund um die Gottesdienste standen weitere Feiern und Rahmenveranstaltungen auf dem Programm.

Als einer der wenigen Anlässe im Ranft selber innerhalb des Gedenkjahrs fand anlässlich des Familientags am Samstag, 23. September ein besinnlicher Familiengottesdienst umrahmt vom Sachsler Gospelchor statt. Viele Familien nutzten im Anschluss die Gelegenheit, an den liebevoll von den Obwaldner Pfarreien gestalteten Ateliers zum Leben von Niklaus von Flüe und seiner Famile und zu seiner Zeit teilzunehmen. Mit dem Obwaldner Friedensgeläut sämtlicher Glocken der Kirchen und Kapellen Obwaldens endete ein schöner Herbsttag in Flüeli-Ranft.

Dank der Direktübertragung des ökumenischen Gottesdiensts vom 24. September aus der Pfarrkirche St. Theodul Sachseln in Radio und Fernsehen konnte das ganze Land Anteil an den Gedenktagen nehmen. Mit dem Gottesdienst drückten Kardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen und Pfarrer Gottfried Locher, Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, die überkonfessionelle Bedeutung von Niklaus von Flüe und die Bereitschaft, Gemeinschaft zu leben, aus. Nach der Vorstellung einer Kurzbiografie durch den Hauptorganisator des Gedenkgottesdiensts, Pfarrer Daniel Durrer, analysierten Kardinal Kurt Koch und Pfarrer Gottfried Locher gemeinsam das Bruder-Klausen-Gebet Schritt für Schritt. Gottfried Locher betonte insbesondere den Verzicht und die Besinnung auf das Wesentliche als vorbildhafte Tugenden des Eremiten während Kurt Koch Niklaus von Flüe als Gottes- und Menschenfreund hervorhob. Unterschiedliche Zugangsweisen zum Eremiten zeigten in einer szenischen Darbietung mittendrin Hanspeter Müller-Drossaart als katholischer Unternehmer und Stini Durrer als reformierte Zürcherin auf, wobei die beiden Figuren - neugierig aufeinander geworden -  sich zu einem gemeinsamen Besuch des Ranfts aufmachen. Musikalische Akzente setzten die Kantorei Sachseln zusammen mit einem Kammerorchester und der Mädchen-Singgruppe Scola. Dorothee, der Gattin von Niklaus von Flüe, lieh Klara Obermüller in einer szenischen Lesung ihre Stimme an der Nachmittagsfeier in Flüeli-Ranft.

Zur Aufnahme des ökumenischen Fernsehgottesdiensts vom 24.09.2017, SRF

Am dritten offiziellen Gedenktag folgte das Bruder-Klausen-Fest am Montag. Nebst Mitgliedern der Schweizer Bischofskonferenz reisten zahlreiche Vertreter der Deutschschweizer Bistümer, Äbte und Äbtissinnen der Innerschweiz, die Kantonsregierung von Appenzell-Innerrhoden (wegen der Landsgemeinde am Staatsakt verhindert), Ständeratspräsident Ivo Bischofberger und gar Gäste aus dem Ausland wie der Erzbischof aus Burkina Faso von Ouagadougou, ein indonesischer Erzbischof und ein kongolesischer Bischof an.
Zahlreiche katholische Würdenträger zogen hinter der ältesten Holzstatue von Niklaus von Flüe feierlich begleitet von Orgelklängen, Schweizergardisten, Trachtenleuten und Fahnenträgern in die Sachsler Pfarrkirche ein zur katholischen Festmesse.
Ortsbischof Vitus Huonder begrüsste die Gottesdienstbesucher mit Bruder Klaus' Worten: «Gebt einander am Guten Anteil. Denn eine gute Tat erzeugt die andere.» Festprediger Peter Spichtig, Dominikaner und Co-Leiter des Liturgischen Instituts in Freiburg, legte in sieben Bildern anschaulich seine Eindrücke und Erkenntnisse zu Niklaus von Flüe und Dorothee Wyss dar, welche ihm im Verlauf des Gedenkjahrs aufgegangen sind. Niklaus von Flüe und seine Gattin seien inspirierende Beispiele für soziale Gerechtigkeit, Partnerschaft und Beziehungsgestaltung auch in der heutigen Zeit mit ihren ethischen Spannungsfeldern. Beherzt sangen die Gottesdienstbesucher das neue Bruder-Klausen-Lied «Glauben, hoffen und sich sehnen», welches aus einem vom Liturgischen Institut angeregten Wettbewerb hervorgegangen war, und kräftig erklang auch das traditionelle Bruder-Klaus-Lied.
Gleichzeitig zur Eucharistiefeier fand auf dem Feierplatz in Flüeli-Ranft mit dem Franziskanerpater Klaus Renggli eine Festmesse mit dem Jodlerklub Flüeli-Ranft statt.
Nach einer weiteren Nachmittagsfeier in Sachseln mit der Kantorei Sachseln und dem Kirchenchor Cäcilia Alpnach läuteten zum feierlichen Abschluss der Gedenktage die Obwaldner Kirchen- und Kapellglocken. Bei Alphornklängen und Betruf in Flüeli-Ranft blickte OK-Präsident Anton Amrhein zufrieden auf die stimmigen Feierlichkeiten zurück.

Festpredigt zur Verfügung gestellt von Fr. Peter Spichtig op, gehalten am 25. September 2017

Weitere Informationen:

http://www.mehr-ranft.ch/projekte/familientag/

http://www.mehr-ranft.ch/projekte/gedenktage/

 

 

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